Flüchtlinge verschärfen Wohnungsmarkt

In Deutschland fehlen laut aktuellen Prognosen jährlich etwa 350.000 bis 400.00 Wohnungen. Auch Immobilienpreise steigen. Durch den großen Flüchtlingszustrom verschärft sich die Situation weiter.

Immobilienpreise steigen in Deutschland weiter an

Auch 2014 setzt sich der Trend der letzten Jahre fort: Immobilien werden immer teurer, die Grundstückspreise steigen weiter, so eine Studie der Gutachterausschüsse für Grundstückswerte. Das gelte aber lediglich für Großstädte und Ballungsräume, während die Immobilienpreise in ländlichen Regionen stagnierten oder sogar fielen. Der Ausschuss teilt mit, dass 2014 etwa 900.000 Immobilien für insgesamt 191 Milliarden Euro in Deutschland die Eigentümer gewechselt hatten. 2013 seien noch etwa genauso viele Immobilien für 7,3 Prozent weniger Geld verkauft worden.

Wie viele Wohnungen werden benötigt?

Problematisch ist auch der Wohnraummangel. Der Direktor des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung Harald Herrmann schätzt, dass jährlich etwa 350.000 bis 400.000 Wohnungen gebaut werden müssen, um der Nachfrage auf dem deutschen Wohnungsmarkt zu begegnen. Laut dem Statistischen Bundesamt wurden aber beispielsweise im Jahr 2014 nur etwa 245.300 neue Wohnungen fertiggestellt. Viel Wohnraum wird auch für Flüchtlinge benötigt. Die Kommunen haben schon jetzt Probleme, alle Asylbewerber in geeignete Unterkünfte zu vermitteln.

Wohnungseigentümer können zur Vermietung gezwungen werden

Um dem Wohnungsmangel insbesondere in den Ballungsräumen zu begegnen, ergreifen die Gemeinden unterschiedliche Maßnahmen. Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg bestätigte zum Beispiel in seinem Urteil vom 8. Dezember 2015 (Az. 3 S 248/15, dass die Stadt Freiburg im Breisgau Vermieter zur Vermietung ihrer leerstehenden Wohnungen zwingen darf, um dem Wohnungsmangel zu begegnen. Lassen Vermieter ihre Wohnungen länger als ein halbes Jahr leer, kann ihnen ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro winken.

 

Quellen:

Urteil des Verwaltungsgerichtshofes Baden-Württemberg vom 8. Dezember 2015, Az. 3 S 248/15

http://www.fnp.de/nachrichten/politik/In-Deutschland-fehlen-jaehrlich-400-000-Wohnungen;art673,1740970