Wundinfektion

doctors performing brain surgery with microscope

Vor jeder Operation ist ein Arzt dazu verpflichtet, seine Patienten über die Risiken und alternative Behandlungsmöglichkeiten aufzuklären. Haftet ein Arzt dafür, wenn er seine Patienten vor der Behandlung nicht über Wundinfektionsgefahren aufklärt und sich die Narbe nach der OP entzündet? In Bezug auf diese Fragestellung musste das Oberlandesgericht Hamm ein Urteil fällen.

Wundinfektion nach Operation

Im konkreten Fall ging es um den Kläger, der im Jahr 2010 einen Nabelbruch von dem mitverklagten Arzt ambulant operieren ließ. Einige Tage nach dieser Operation kam es zu einer Wundinfektion, welche noch zwei weitere Male geöffnet werden musste. Nach Ansicht des Klägers wurde während der Operation nicht hinreichend auf Hygiene geachtet und die Schnittnaht wurde zudem nicht korrekt ausgeführt. Weiterhin ist der Kläger der Meinung, dass er nicht ordnungsgemäß über das Wundinfektionsrisiko aufgeklärt worden sei. Er forderte von den Beklagten Schadensersatz, der sich aus einem Schmerzensgeld von 5.000 Euro sowie einem Haushaltsführungsschaden von 110 Euro pro Monat zusammensetzte.

Kein Behandlungsfehler seitens des Arztes

Diese Klage blieb jedoch ohne Erfolg, denn das Oberlandesgericht Hamm konnte keinen Behandlungsfehler ausmachen. Der medizinische Gutachter erklärte, dass die Operation korrekt durchgeführt wurde und es könne nicht nachgewiesen werden, dass sich die Wunde aufgrund ungenügender Hygieneumstände entzündet hätte. Weiterhin sei der Kläger nicht über alternative Behandlungsmöglichkeiten aufgeklärt worden, weil alle anderen Möglichkeiten ein höheres Risiko aufgewiesen hätten. Das Krankenhaus bzw. der Arzt haftet somit nicht, da der Patient auch bei einer ausführlichen Aufklärung dem ärztlichen Eingriff zugestimmt hätte. Der Sachverständige erklärte weiterhin, dass die erfolgte Operation die einzige Alternative zur Beseitigung des Nabelbruchs gewesen sei. Hätte man die Operation hinausgezögert, dann wäre es zu einer Vergrößerung des Nabelbruchs verbunden mit großen Schmerzen gekommen.

  • Quelle: Pressemitteilung des Oberlandesgerichts Hamm vom 6. März 2015